Ein See wirkt an der Oberfläche ruhig. Ein Fluss scheint gleichmäßig zu fließen. Doch hinter dieser scheinbaren Stabilität verändert sich die Wasserqualität im Laufe der Jahreszeiten ständig – manchmal sogar drastisch.
Für jede Anlage, die Wasser aus diesen natürlichen Quellen entnimmt, sei es eine Industrieanlage, ein Wasserkraftwerk, ein Bewässerungsnetz oder eine Badeanlage, stellen diese Schwankungen eine echte technische Herausforderung dar. Hier erfahren Sie, worauf es ankommt und wie sich diese Herausforderungen konkret bewältigen lassen.
Der Einfluss der Jahreszeiten
Frühling: Die Rückkehr hoher Schmutzfrachten
Mit der Schneeschmelze und den ersten starken Regenfällen ist der Frühling oft die anspruchsvollste Jahreszeit für Filtersysteme. Die Durchflussmengen steigen, Uferbereiche erodieren und Fließgewässer transportieren große Mengen an Schluff, Ton und zersetztem organischem Material.
Die Trübung kann insbesondere bei Hochwasser innerhalb weniger Stunden sehr hohe Werte erreichen.
Sommer: Algen und organische Stoffe
Im Sommer verändert sich die Dynamik. Hohe Temperaturen fördern das Wachstum von Algen und Cyanobakterien in Seen und flachen Wasserreservoirs.
Diese Mikroorganismen bilden Schleimstoffe und Biofilme, die herkömmliche Filtersysteme schnell verstopfen können. Gleichzeitig sinken die Wasserstände, wodurch Schadstoffe und Schwebstoffe stärker konzentriert werden.
Besonders betroffen sind Badegewässer: Eine unzureichende Filtration kann zu hygienischen Problemen führen.
Herbst: Laub und organische Belastungen
Der Herbst bringt große Mengen an sich zersetzendem Pflanzenmaterial mit sich – Blätter, organische Rückstände und Tannine.
Diese Stoffe färben das Wasser und erhöhen die Konzentration feiner Partikel, die häufig stark verstopfend wirken. Filtersysteme, die ausschließlich für mineralische Partikel ausgelegt sind, stoßen bei diesen leichten organischen Belastungen schnell an ihre Grenzen, da sich diese anders in den Maschen eines Filtersiebs verhalten.
Winter: Trübung und Kälte
Der Winter mag zunächst weniger problematisch erscheinen, doch kalte Regenfälle und winterliche Hochwasserereignisse verursachen ebenfalls erhebliche Trübungsspitzen.
Darüber hinaus verlangsamen niedrige Temperaturen biologische Abbauprozesse, sodass mehr Schwebstoffe im Wasser verbleiben.
Für Anlagen, die auf einen kontinuierlichen Betrieb angewiesen sind, kann bereits ein mehrstündiger Ausfall der Filtration schwerwiegende Folgen für nachgeschaltete Anlagenkomponenten haben.
Lösungen, die sich anpassen und gleichzeitig filtern
Angesichts dieser Schwankungen lautet die entscheidende Frage nicht nur: „Welche Filtrationsfeinheit ist die richtige?“, sondern vor allem: „Wie lässt sich sicherstellen, dass das System auch bei plötzlichen Veränderungen der Wasserbelastung zuverlässig arbeitet?“
Die Grenzen passiver Filtersysteme
Kartuschen- oder Sandfilter funktionieren unter stabilen Bedingungen zuverlässig. Tritt jedoch ein Hochwasserereignis auf, können sie innerhalb weniger Stunden verstopfen und erfordern manuelle Eingriffe.
Genau dieses Problem trat bei einem Wasserentnahmeprojekt von Suez an der Seine in Croissy-sur-Seine auf. Die vorhandenen Kartuschenfilter mit 50, 20 und 10 Mikrometern mussten regelmäßig ausgetauscht werden.
Ein einziger automatischer AG100-Filter von Hectron mit einer Filtrationsfeinheit von 11 Mikrometern löste das Problem dauerhaft bei einer Durchflussmenge von 2 m³/h.
Automatisierung als Antwort auf schwankende Belastungen
Die Technologie der automatischen AG-Filter von Hectron basiert auf einem einfachen und zugleich wirkungsvollen Prinzip: Die Reinigung wird durch die gemessene Druckdifferenz zwischen Ein- und Austritt des Filters ausgelöst.
Ist das Wasser sauber, erfolgen die Reinigungszyklen selten. Steigt die Belastung an, erhöht sich die Reinigungsfrequenz automatisch. Der gesamte Prozess läuft vollkommen autonom ab.
Es sind weder manuelle Eingriffe noch der Austausch von Verbrauchsmaterialien erforderlich. Die Reinigungsintervalle passen sich automatisch den tatsächlichen Bedingungen vor Ort an.
Auch das Reinigungssystem selbst ist für stark belastete Wässer ausgelegt. Eine Absaugleiste bewegt sich über die gesamte Oberfläche des rotierenden zylindrischen Siebes und führt eine gezielte Rückspülung direkt an den Sieböffnungen durch.
Dadurch bleibt die Filtrationsleistung selbst bei organischen Stoffen und feinen Schlämmen erhalten – genau den Stoffen, die bei der Aufbereitung von Oberflächenwasser besonders schwierig zu handhaben sind.
Der verfügbare Filtrationsbereich von 0,5 bis 500 Mikrometern ermöglicht eine präzise Anpassung an die jeweilige Anwendung: von der Grobvorfiltration über den Schutz von Wärmetauschern bis hin zur Versorgung industrieller Prozesse oder der Filtration von Badegewässern.
Vier Modelle für jeden Durchflussbereich
Die AG-Baureihe umfasst vier Modelle – AG100, AG200, AG300 und AG400 – und deckt Durchflussmengen von 8 bis 340 m³/h ab.
Alle Systeme bestehen aus Edelstahl. Diese Materialwahl ist besonders wichtig, da in natürlichen Gewässern biologische Belastungen und pH-Schwankungen häufig auftreten. Die Langlebigkeit der Anlage ist daher ein entscheidender Faktor.
Praxisbeispiele
Die Vielseitigkeit dieser Filtersysteme zeigt sich in zahlreichen realen Anwendungen.
Bei Arkema in Saint-Laurent-Blangy filtert ein AG300-Filter mit 40 Mikrometern kontinuierlich Flusswasser für die Versorgung des Werks in Feuchy bei einer Durchflussmenge von 80 m³/h.
In Sisteron entschied sich die Stadt für AG400-Filter in einer Doppelanwendung: Einerseits zur Sicherung der Wasserversorgung mit einer Filtration zwischen 1 und 3 Mikrometern, andererseits zur Filtration eines geschlossenen Badegewässers mit 50 Mikrometern.
In Paulhaguet wird ein kleines Wasserkraftwerk der SHEM durch einen AG100-Filter mit 100 Mikrometern geschützt, der Flusswasser behandelt und seit seiner Installation ohne regelmäßige Wartungs- oder Bedienungsmaßnahmen arbeitet.
Fazit
Oberflächengewässer sind von Natur aus unvorhersehbar. Wer sie mit starren Systemen behandelt, die für konstante Bedingungen ausgelegt sind, riskiert wiederkehrende Betriebsunterbrechungen und hohe Wartungskosten.
Die automatischen Filter von Hectron verfolgen einen anderen Ansatz: Sie passen sich dem Wasser an, wie es tatsächlich ist – nicht so, wie man es sich idealerweise wünschen würde.
Genau diese Anpassungsfähigkeit macht langfristig den Unterschied – im Sommer wie im Winter.
Planen Sie ein Projekt zur Filtration von Oberflächenwasser? Kontaktieren Sie das Hectron-Team für eine technische Beratung, die auf Ihre Anlage zugeschnitten ist.
