Wiederverwendung von Abwasser (REUT): Wie die automatische Filtration die Kreislaufwirtschaft unterstützt

von | 20 März 2026

Wasser hat sich innerhalb weniger Jahrzehnte zu einer strategischen Ressource entwickelt. Wiederkehrende Dürren, demografischer Druck, steigender Bedarf in Industrie und Landwirtschaft: Die Frage der Wasserbewirtschaftung dreht sich nicht mehr um die Versorgung, sondern zunehmend um die Wiederverwendung. Die Wiederverwendung von aufbereitetem Abwasser (REUT) ist heute einer der Schwerpunkte der ökologischen Wende. Und im Zentrum dieses Paradigmenwechsels spielt die automatische Filtration eine unauffällige, aber tatsächlich zentrale Rolle.

Ein sich rasch wandelndes regulatorisches Umfeld

Lange Zeit auf wenige Versuche beschränkt, profitiert die REUT nun von einem regulatorischen Umfeld, das ihre großflächige Entwicklung begünstigt. In Frankreich hat das Dekret vom 10. März 2022 den Weg für eine breitere Wiederverwendung von behandeltem Abwasser in zahlreichen Bereichen geebnet, insbesondere für die landwirtschaftliche Bewässerung, die Bewässerung von Grünflächen, die Straßenreinigung oder auch die industrielle Kühlung. 

Auf europäischer Ebene hat die Verordnung (EU) 2020/741 Mindestanforderungen an die Qualität von Wasser eingeführt, das für landwirtschaftliche Zwecke wiederverwendet wird, wobei die Anforderungen an die mikrobiologische und physikalisch-chemische Qualität des Wassers steigen. Diese Vorschriften verpflichten somit die Betreiber von Kläranlagen und die Industrie, ihre Aufbereitungsprozesse am Ende der Kette zu überarbeiten: Es geht nicht mehr darum, sicherzustellen, dass das abgeleitete Wasser den Vorschriften entspricht, sondern vielmehr darum, nutzbares, zuverlässiges und rückverfolgbares Wasser zu produzieren. Die Filtration wird somit zu einem obligatorisch integrierten Schritt, nicht aus Vorsicht, sondern als gesetzliche Anforderung. 

REUT, Hebel für eine echte Kreislaufwirtschaft im Wasserbereich

Der Nutzen von REUT geht weit über die reine Einhaltung von Vorschriften hinaus. Sie ist Teil eines Kreislaufwirtschaftskonzepts, bei dem aufbereitetes Wasser nicht mehr als zu entsorgender Abfall, sondern als zu verwertende Ressource betrachtet wird.

Für eine Gemeinde kann dies bedeuten, dass sie nicht trinkbares Wasser für die Grünflächen eines Ballungsraums bereitstellt und so in Dürreperioden den Rückgriff auf Grundwasser oder Flüsse vermeidet. Für einen Industriebetrieb kann dies einen entscheidenden Unterschied bei den Einsparungen auf der Wasserrechnung ausmachen und gleichzeitig dazu beitragen, Einleitungen und Entnahmen aus der Natur zu reduzieren. Für einen Landwirt bedeutet dies, die Kontinuität der Bewässerung auch in Zeiten von Einschränkungen mit Wasser garantierter Qualität sicherzustellen.

Dies sind Anwendungsbereiche, deren gemeinsame Voraussetzung die Anforderung an eine gleichbleibende und zuverlässige Wasserqualität ist. Aus dem Kreislauf des wiederverwendeten Wassers müssen sowohl Stoffe ausgeschlossen werden, die die Anlagen beschädigen könnten (Tropfbewässerung, Wärmetauscher, UV-Lampen …), als auch solche, die die gesundheitliche Sicherheit der Endverbraucher beeinträchtigen könnten. Hier kommt die Filtration ins Spiel.

Die automatische Filtration, ein wesentliches Glied im REUT-Prozess.

Regen, ein Anstieg der organischen Belastung oder Schwankungen im Belebtschlamm sind allesamt Ursachen für eine vorübergehende Verschlechterung der Abwasserqualität in einer Kläranlage. Um eine kontrollierte und für die Endanwendung geeignete Qualität zu gewährleisten, muss eine tertiäre Filtrationsstufe durchgeführt werden. Diese Lösung ermöglicht es, Restpartikel abzufangen, bevor das Wasser seine Endanwendung erreicht.

Die automatischen Filter der AG-Reihe von Hectron: eine bewährte Lösung für die REUT

Als französischer Spezialist für automatische Filtration seit über zwanzig Jahren bietet Hectron mit seiner AG-Reihe eine Lösung, die besonders auf die Anforderungen der Abwasserwiederverwendung zugeschnitten ist. Was diese Filter jedoch für die Abwasserwiederverwendung besonders geeignet macht, ist ihre völlig autonome Funktionsweise ohne regelmäßigen menschlichen Eingriff, da die Reinigung automatisch erfolgt, basierend auf dem Druckunterschied zwischen Ein- und Ausgang des Filters. Ein weiterer Vorteil für Kläranlagenbetreiber und die Wasserwirtschaft: Der Bedarf an Spülwasser ist sehr gering. Dies ist in einem Prozess mit hohen Wassereinsparungszielen ein entscheidender Vorteil.

Die AG-Reihe deckt einen breiten Durchflussbereich von bis zu 340 m³/h ab und lässt sich je nach dem erwarteten Endverwendungszweck auf mehrere Filterstufen konfigurieren, die von wenigen Mikrometern bis zu mehreren hundert reichen. Diese Anpassungsfähigkeit kommt dann in jedem Einzelfall zum Tragen, sei es zur Speisung eines Bewässerungsnetzes, zum Schutz von Wärmetauschern oder zur Aufbereitung von Wasser vor der UV-Desinfektion.

Diese Filter sind derzeit in mehreren Dutzend Kläranlagen in Frankreich im Einsatz, im Auftrag von großen Wasserversorgern wie Veolia, Suez oder Degrémont. Diese Referenzen belegen ihre Robustheit unter rauen Betriebsbedingungen im Kontakt mit schlammhaltigen Abwässern.

Auf dem Weg zu einem verantwortungsvolleren Wassermanagement

Die Wiederverwendung von Abwasser ist keine Randerscheinung mehr, die Pilotprojekten vorbehalten ist. Angesichts der Belastung der Wasserressourcen, der verschärften gesetzlichen Anforderungen und der Dekarbonisierungsziele für Regionen und Industrien muss sie zur gängigen Praxis werden.

Daher ist der Einsatz zuverlässiger, autonomer und wirtschaftlicher Filteranlagen kein Luxus: Es ist eine Notwendigkeit.